Inhalative Sedierung

Analgosedierung - Was ist das?


Thema: Analgosedierung

 
Prof. Dr. med. Jörg Rathgeber

Jörg Rathgeber

Prof. Dr. med., Hamburg

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Was versteht man unter "Analgosedierung"?

Als Analgosedierung (Synonyme: Analgosedation, Sedoanalgesie) bezeichnet man einen medikamentös erzeugten sogenannten "Dämmerschlaf". Dabei befindet sich der Patient idealerweise in einem schmerzfreien und Zustand, wobei er weder Stress noch Angst verspürt.

Ziel der Analgosedierung ist also der ruhige, schmerzfreie, kooperative und entspannte Patient, der keine Abwehrbewegungen auf unangenehme Manipulationen zeigt, dabei aber ausreichend spontan atmet und keine oder nur geringe kardiovaskuläre Reaktionen aufweist.

Typische Indikationen für die Analgosedierung sind dementsprechend eher unangenehme als schmerzhafte Prozeduren wie endoskopische Untersuchungen (Darmspiegelungen, Gastroskopien), Verbandswechsel oder auch kleinere Operationen (Zahnoperationen, kleine plastische Operationen usw.). Vor allem bei Operationen wird die Analgosedierung zusammen mit einer Lokalanästhesie durchgeführt, um eine sichere Schmerzfreiheit zu gewährleisten.

Warum müssen beatmete Patienten überhaupt analgosediert werden?

Für die meisten Patienten stellt eine intensivmedizinische Behandlung einen schweren Einschnitt in ihr bisheriges Leben dar, der auch Monate und Jahre nach der Intensivbehandlung noch gravierende Einschränkungen zur Folge haben kann. Befragungen von Intensivpatienten haben ergeben, dass der größte Teil der Patienten während der Intensivbehandlung unter

  • Müdigkeit,
  • Schlaflosigkeit,
  • Durst,
  • Angst,
  • Unruhe,
  • Schmerzen
  • und Verwirrtheitszustände.

Noch Monate nach Intensivbehandlung berichten intensivmedizinisch behandelte Patienten über Verwirrtheitszustände und Desorientierung.

Weitere negative Erinnerungen bezogen sich auf

  • Schmerzen,
  • Stress,
  • Schlafstörungen,
  • Lärm,
  • Angst
  • und Hilflosigkeit.

…aus der Notwendigkeit heraus.

Bei den meisten beatmeten Patienten ist die Gabe von sedierenden und/oder analgesierenden Medikamenten schon deshalb notwendig, um eine ausreichende Toleranz von Tubus und Respirator sicher zu stellen. Nicht zuletzt führen Schmerzen, Angst und Stress zur Steigerung des O2-Bedarfs, zu erhöhter kardio-zirkulatorischer Belastung und möglicherweise auch zur Suppression des Immunsystems, was gerade bei beatmeten Patienten mit eingeschränkter kardiopulmonaler Reserve und erhöhtem Infektionsrisiko unbedingt vermieden werden muss. Bei beatmeten Patienten in der Intensivmedizin ist eine adäquate Analgosedierung somit nicht nur ein Gebot der Menschlichkeit, sondern auch eine medizinische Notwendigkeit.

Eine adäquate Analgesie und Sedierung ist daher neben der vielfältigen invasiven Diagnostik und Therapie wesentlicher Bestandteil jeder intensivmedizinischen Behandlung. Ohne eine den Bedürfnissen des Patienten variabel angepasste Sedierung und Analgesie könnten zudem viele der erforderlichen diagnostischen, therapeutischen und pflegerischen Maßnahmen überhaupt nicht durchgeführt werden.

Die Ziele der Analgosedierung sind:
  • • Analgesie

    … bei Schmerzen, die durch das Grundleiden oder durch intensivmedizinisch bedingte diagnostische, therapeutische und pflegerische Maßnahmen hervorgerufen werden.

  • • Anxiolyse

    … zur Reduktion der mit dem Trauma (Verletzung, schwere Erkrankung) sowie der Intensivmedizin einhergehenden psychischen Belastungen.

  • • Sedierung

    … zur Abschirmung bei notwendigen physisch oder psychisch traumatisierenden Maßnahmen. Vegetative Abschirmung zur hämodynamischen Stabilisierung.

  • • Vegetative Abschirmung

    … zur hämodynamischen Stabilisierung.

Aus dem Inhalt


Was ist das ideale volatile Anästhetikum?

Grundsätzlich sind sowohl Isofluran als auch Sevofluran und Desfluran zur Sedierung in der Intensivmedizin geeignet.

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Ist Sedierung eigentlich gleich Narkose?

Vom Prinzip ja. Dabei ist die Narkose nichts Anderes als eine tiefe Sedierung, bei der der Patient nicht mehr erweckbar ist. Das heißt, die Übergänge zwischen Sedierung und Narkose sind fließend…

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Klinische Praxis der Analgosedierung

In Deutschland erfolgt die Sedierung von Intensivpatienten heutzutage mehrheitlich durch intravenös applizierbare Substanzen. Weit verbreitet ist die Verwendung von Propofol zur Sedierung, oftmals auch in Kombination mit einem Opioid wie z.B. …

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Arbeitsplatzbelastung durch volatile Anästhetika?

Eine mögliche Arbeitsplatzbelastung mit Narkosegasen ist ein häufig vorgebrachtes Argument gegen den Einsatz volatiler Anästhetika auf der Intensivstation…

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Auswirkungen von VA auf andere Organe

Trotz aller Vorzüge besitzen auch volatile Anästhetika unerwünschte Nebenwirkungen. So wurden in Einzelfällen erhöhte Serumfluoridkonzentrationen unter Verwendung von Sevoflurane nachgewiesen…

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Bronchodilatation

Schon seit Jahrzehnten ist der bronchodilatatorische Effekt von volatilen Anästhetika bekannt und wird zur Therapie von therapierefraktären Zuständen von Asthma bronchiale und Status asthmaticus genutzt…

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Ist die Sedierung mit VA ein neues Verfahren?

Trotz aller Vorzüge werden volatile Anästhetika derzeit in der klinischen Routine auf der Intensivstation nur selten eingesetzt. Gründe hierfür liegen in der technisch schwierigen Applikation und Elimination von Narkosegasen…

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Wie kann die Sedierungstiefe objektiviert werden?

Die regelmäßige Beurteilung des angestrebten Sedierungsgrades erleichtert die Dosierung von Sedativa, wobei die Sedierungstiefe primär von der Erkrankung des Patienten und seinem aktuellen Zustand sowie den notwendigen diagnostischen und …

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